Implementierungsleitfaden Therapieziele Onkologie
1.0.0-ballot - Ballot Germany

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Einführung

1. Motivation des IG

Dieser Implementierungsleitfaden entsteht, weil die strukturierte Dokumentation onkologischer Therapieziele heute zwischen den beteiligten Versorgungssektoren kaum standardisiert ist. Drei Aspekte tragen die Motivation:

  • Intersektorale Kommunikation: Der zentrale Mehrwert ist die strukturierte Kommunikation zwischen der Vielzahl der an einer onkologischen Behandlung beteiligten Ärzt:innen — z. B. beim Übergang zwischen ambulanter Onkologie, stationärer Versorgung, Tumorboard und Nachsorge. Therapieziele und -intentionen sollen dabei maschinenlesbar und einheitlich abgebildet werden, statt in Freitext verloren zu gehen.
  • Expliziter Kontext: Der klinische Kontext eines Therapieziels — etwa der Bezug zu einer Leitlinie (z. B. S3-Leitlinie, CPG-on-FHIR-Empfehlung) — wird explizit und nachvollziehbar mitgeführt, statt implizit vorausgesetzt zu werden. Das schließt auch die Dokumentation bewusster oder unbewusster Abweichungen von der Leitlinie ein.
  • Nachnutzbarkeit durch Forschungsprojekte: Die strukturierten Daten sollen über die unmittelbare Versorgung hinaus für Forschungsprojekte, Register und Sekundärnutzung nachnutzbar sein, ohne dass eine erneute Strukturierung aus Freitext nötig ist.

2. Auszug aus dem Analysebericht

Dieser IG baut auf dem Analysebericht (LG-01) auf, dem Liefergegenstand LG-01 des Gematik-Auftrags C002717 (BIH-CEI). Der Bericht analysiert sechs internationale und nationale FHIR-/Standardisierungs-Quellen (u. a. mCODE, IPS/EPS, MCC, PCO, ESMO EnLiST, HL7 CPG-on-FHIR) auf ihre Übertragbarkeit auf die deutsche Spezifikation „Onkologische Therapieziele" und leitet daraus die Architekturentscheidung für diesen IG ab.

Im Kern beruht die Spezifikation auf vier Schichten mit klarer Rollenverteilung und einem expliziten Fallback-Pfad: der Therapielinien-Strukturachse (EnLiST), der computable Leitlinien-Repräsentation (CPG-on-FHIR) als Primärpfad, der generischen Plan-/Ziel-Logik (CarePlan/Goal) als Fallback sowie den deutschen Datenelementen und Terminologien (MII Onkologie) als Interoperabilitätsbasis.

Details zu Methodik, den einzelnen Quellen und der vollständigen Architekturentscheidung finden sich auf der Seite Analysebericht (LG-01).

3. Wie ist dieser IG zu lesen?

Der Leitfaden ist so aufgebaut, dass er vom Allgemeinen zum Speziellen führt:

  1. Startseite — gibt eine generelle Übersicht über den IG, seine Motivation und die ersten Profile.
  2. Konzepte und ihre Unterpunkte — erläutern das Therapieziel-Dreieck, die Therapieziele (Goals), den Empfehlungs- und Behandlungsplan, Behandlungsepisoden sowie Zielwerte und Messgrößen.
  3. Anwendungsbeispiele und dazugehörige abweichende Szenarien — zeigen die Konzepte anhand konkreter Fälle (z. B. mCRC palliativ, Mammakarzinom neoadjuvant) sowie typische Abweichungen vom Leitlinienpfad.
  4. Weitere Entitäten — listet weitere chronische Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Asthma bronchiale, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, rheumatoide Arthritis) auf und skizziert, wie der IG diese künftig abbilden könnte.
  5. Artefakte — am Ende des IG stehen die technischen Artefakte (Profile, Extensions, ValueSets, CodeSystems) zum Nachschlagen zur Verfügung.